4.09.08
The Poet (Zwischen den Fronten)
R: Damian Lee
D: Daryl Hannah, Roy Scheider, Nina Dobrev, Jonathan Scarfe
Musik: Damian Lee, Steve Raiman
Film: 
Bild: 


Ton: 
Extras: –
Musik im Film: 

Liebe in Polen
1939: Die Deutsche Wehrmacht überfällt Polen und metzelt auf der Suche nach Widerstandskämpfern die jüdische Bevölkerung nieder. Der Offizier Oskar König wird dabei als Spion eingesetzt. Eines Nachts findet er die scheinbar leblose Rabbinertochter Rachel, die von einem Wintersturm überrascht wurde. Er nimmt sie mit nach Hause und peppelt sie wieder auf und wie kann es anders sein: Die beiden verlieben sich. Oskar schickt Rachel, nachdem seine Kameraden bei ihm aufgetaucht sind, mit ihrem eigentlichen Bräutigam an die russische Grenze um den Nazis zu entfliehen. Doch Oskars Mutter, Frau eines hochrangigen Offiziers und Verfechter des Dritten Reichs, ermutigt ihn seiner Liebe nachzueilen und sie selber in Sicherheit zu bringen!
Unsäglich!
Damian Lee, dessen Name mir im Zusammenhang mit Film noch nie haften geblieben wäre, hat B-Pictures mit “Stars” wie Dolph Lundgren und Michael Dudikoff fabriziert – Moving Target, Agent Red, Inner Target. Kein Wunder also, dass mein Gedächtnis da nichts abgespeichert hatte…
The Poet nun ist Lees völlig missratener Versuch zu Beginn des zweiten Weltkriegs eine fahrige und völlig uninteressant aufgebaute Liebesgeschichte zu plazieren (das Gefühl von Liebe, Gegenseitigkeit, Romantik kommt im ganzen Film nie auf). Dass dabei die Deutschen ganz mies weg kommen war abzusehen (nicht falsch verstehen, wir alle wissen ob den Verbrechen, die die Nazis und auch die Wehrmacht vollführten), dass man aber ein solch unsinniges Gemetzel inszeniert und weder an historischen Fakten oder menschlichen Schicksalen wirklich interessiert ist, ist eine Schande. Von den diversen Auszeichnungen, die die Rückseite der DVD zieren, sollte man sich keinesfalls täuschen lassen. Schlecht bleibt schlecht.
Unverständlich auch, dass gestandene Schauspieler wie Roy Scheider (hier als Rabbi und in seinem drittletzten Film zu sehen) oder die zuletzt mit Tarantinos Kill Bill Saga wieder ins Rampenlicht gerückte Daryl Hannah, sich für einen solchen Film hergegeben haben.
Mehr braucht man über diesen Film eigentlich nicht zu verlieren: Er ist einfach nur grottenschlecht!
Dümpelnd orchestrales
Damian Lee scheint ein wahres Naturtalent zu sein. So amtete er neben seiner Regietätigkeit auch schon als Produzent, Schauspieler und hier nun mit Steve Raiman (seit 2006 in diesem Bereich tätig) als Komponist eines orchestral aufgebauten Scores, der sich vor allem mit der (wie erwähnt nicht vorhandenen) Romanze beschäftigt und unheilschwanger über den unzähligen, erschossenen Polen schwebt. Nene, auch hier: das war dann wohl nix!
Die DVD
Mit dem Bild kann man noch leben, aber die Tonqualität ist stümperhaft für einen Film mit Jahrgang 2007. Bei der Filmmusik sind deutliche Störungen zu hören, die einen fast an eine ausgeleierte Schallplatte erinnern. Grausam! Wer den Film im Original schaut, muss zudem auf Untertitel verzichten, aber das ist immer noch besser als die fürchterliche Synchronisation mitanhören zu müssen.
Philippe Blumenthal



: halber Bewertungspunkt