14.09.08
Amazing Stories Vol. 1
USA 1985 (Unglaubliche Geschichten)
R: Steven Spielberg, William Dear, Peter Hyams, Clint Eastwood u.a.
D: Kevin Costner, Gregory Hines, Dom DeLuise, Harvey Keitel
Musik: John Williams, Danny Elfman, James Horner u.a.
Verleih: Impuls (CH), Universal (D)
Film: 


Bild: 



Ton: 



Extras: 

Musik im Film: 



Aus der Mache des Wunderkinds
Mitte der 80er Jahre tauchte Steven Spielberg neben seiner Regietätigkeit vermehrt als Produzent auf, zu Beginn mit Gremlins”, *Back to the Future, An American Tail und The Goonies äusserst erfolgreich, öfter aber auch mit Seichtem wie “Batteries Not Included*, Dad oder Harry and the Hendersons die Kinoleinwände belegend. Das war eine Zeit wo man das Gefühl hatte, der Mann mache einfach zu viel.
Spielberg, ein Fan von Serien wie Twilight Zone und Night Gallery (in der Reihe inszenierte er sogar die Episode “Make Me Laugh”, entwickelte 1985 das ähnlich gelagerte TV-Format Amazing Stories, das allerdings nur 2 Seasons überleben sollte, dabei aber immerhin 45 Episoden auf den Bildschirm brachte. Die Kritiker jedenfalls waren von Spielbergs TV-Händchen nicht sonderlich angetan, aber was heisst das schon… Immerhin konnte das einstige “Wunderkind Hollywoods” prominente Regisseure für einige der Episoden verpflichten: Martin Scorses, Peter Hyams, Tim Burton, Joe Dante oder Robert Zemeckis.

Twilight Zone light
Die von Universal produzierte Serie ist nun auf DVD erhältlich, die ersten 12 Episoden sind auf drei DVDs dieser als Vol. I betitelten Box versammelt. Meine Lieblinge von Vol I sind folgende, kurz angesprochenen Episoden:
“The Mission” 


(mit Kevin Costner und Kiefer Sutherland) von Steven Spielberg it eine recht spannende Geschichte über eine Bomberbesatzung im 2. Weltkrieg, die auf ihrer 23. und letzten Mission ist – nach 23 Missionen winkt die Heimfahrt! Bemerkenswert ist die Eingangssequenz, die rund 5 Minuten ohne jeglichen Schnitt auskommt und mit ein paar netten Kamerakranfahrten ausgestattet wurde. Mit einer Länge von rund 45 Minuten ist “The Mission” doppelt so lang wie alle anderen Episoden.
Bei vielen Fans mit am besten weg kommt Williams Dears aberwitzige, richtig duselige Episode “Mummy Daddy” 


, in der ein Schauspieler im Kostüm einer Mumie halsüberkopf zu seiner Frau eilt, die kurz vor der Entbindung steht und eine Horde Hinterwälder auf sich aufmerksam macht, die ihm an die Gurgel wollen. “The Main Attraction” 

von Matthew Robbins ist ebenfalls ein gelungener Teil, in dem ein schleimiger Schulprolet durch einen Meteoriteneinschlag anziehender zu wirken beginnt, als ihm lieb ist.
Aber es gibt eben auch einige höchst mittelmässige (dazu zählt auch Spielbergs Eröffnungsepisode “Ghost Train” 

) und wirklich schlechte Teile. “Alamo Jobe”
vom sonst als Second Unit Director tätigen Michael D. Moore ist so ein Beispiel. Die Story um einen ins 20. Jahrhundert zurückversetzten Kämpfer, der mit Davy Crockett und Jim Bowie im Fort Alamo gegen die übermächtigen Mexikaner kämpft, ist hahnebüchen und wird je länger die Episode dauert, umso stupider – und sie ist dazu noch richtig schlecht gemacht.
Amazing Stories ist nur Twilight Zone light. Zu selten können die Episoden einen packen, zu wenig ausgetüfftelt sind die Geschichten. Wo vor allem Season 1 der Rod Serling Serie einen mit wundersamen Storys und guten Endtwists bei der Stange hielt, wirken viele Amazing Stories langfädig, gesucht und zähflüssig.
Viel Episodenmusik
Wie in der Regieabteilung wurde auch im Music Department nicht mit hochrangigen Namen gespart. So sind in Vol. I Namen wie James Horner mit dem schmissigen “Alamo Jobe”, Bruce Broughton (“Mr. Magic”), Danny Elfman (“Mummy Daddy”), Thomas Newman (“Santa 85”) oder TV-Veteranen wie Billy Goldenberg (“The Amazing Falsworth”) beschäftigt. Von John Williams – natürlich – stammt das feine, eingängige Hauptthema und die Scores für die beiden Spielberg Teile (wovon “The Mission” eine durchaus “kinomässig ausgefallene”, magische Filmmusik mit typischem Spielberg/Williams-Touch ist. Intrada hat insgesamt drei Volumen (Anthology One, Two, Three) mit Musiken zu 30 Episoden veröffentlicht, die ich jedem Fan von TV-Musiken ans Herz legen möchte. Williams Liebhaber werden um CD 1 und 2 sowieso nicht herumkommen. Nüchtern gesagt würde ich behaupten, dass die Scores zu Amazing Stories interessanter ausgefallen sind als die Episoden selber!
Die DVD
Bemerkenswert an der DVD ist die in DD 5.1 abgemischte Originalspur, während sich die Deutsche Synchronisation mit DD 2.0 begnügen muss. Die Bildqualität ist auf dem TV-Schirm weitaus besser zu geniessen als auf der Heimleinwand. Als Extras gibt es sogar ein paar deleted scenes.
Philippe Blumenthal



: halber Bewertungspunkt