Schicksalsjahre (Wolfram de Marco)
Alhambra Records A8998 [75:40 / 30 Tracks ]
Wer hätte gedacht, dass ein ehemaliger Regierungssprecher Thema eines ZDF-Zweiteilers werden könnte. Aber vielleicht war das Teil eines Deals mit dem Kanzlerin Merkel den ZDF-Nachrichtensprecher Steffen Seibert vom Lerchenberg in Bundespressehaus lotsen konnte. Doch Scherz beiseite, schließlich erzählt Schicksalsjahre die Geschichte von Uwe-Karsten Heyes Jugend während des Zweiten Weltkriegs; die wahre Geschichte seiner Mutter, eine Geschichte von Krieg, Verlust, Angst und Unsicherheit. Große Gefühle also, die beinahe natürlich einen Komponisten zu großer Musik einladen, eine Einladung, die Wolfram de Marco angenommen hat.
Seine Musik zu Schicksalsjahre bewegt sich dementsprechend auch entlang eben dieser emotionalen Bandbreite. Dabei arbeitet er fast ausschließlich mit den Streichern und einem gelegentlich die Melodie tragenden Klavier. Ein geschickter Schachzug, denn so erhält die Musik etwas sehr inwendiges, sehr persönliches. Und das gelingt ihm obendrein ganz ohne aufgesetztes Pathos, wie man es bei der Auseinandersetzung mit einem derartigen Thema durchaus vermuten könnte und es leider – gerade bei TV-Produktionen – oftmals um die Ohren gehauen kriegt. Von daher ist Wolfram de Marcos Schicksalsjahre eine erfreuliche Abwechslung aus den (Un)tiefen des Fernsehmusikalltags. Auch wenn man zugeben muss, dass er uns mit dieser Musik nichts wirklich Neues bietet. Es klingt alles ein wenig wie schon mal gehört, was aber bei einem so oft bearbeiteten Thema kaum verwunderlich ist. Und wenn es so gefühlvoll verarbeitet ist, wie bei Wolfram de Marco, dann wird es auch weiterhin zu guter Musik einladen.



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: halber Bewertungspunkt
